Bilanzentwicklung Aktiva

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Anlagevermögen sinkt auf Grund der Umgliederung der Siltronic-Anteile

Das Anlagevermögen einschließlich der at-Equity-Beteiligungen hat sich im Vergleich zum Ende des letzten Geschäftsjahres um 865,0 Mio. € auf 2,58 Mrd. € verringert (31. Dezember 2019: 3,44 Mrd. €). Das Sachanlagevermögen sank dabei auf 2,39 Mrd. € (31. Dezember 2019: 2,64 Mrd. €) auf Grund planmäßiger Abschreibungen. Die laufenden Abschreibungen beliefen sich auf 403,5 Mio. €. Die Investitionen sind im Geschäftsjahr auf 224,4 Mio. € (2019: 379,5 Mio. €) zurückgegangen. Sie verteilen sich im Wesentlichen auf die Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS sowie auf Infrastrukturmaßnahmen. WACKER hat auf die wirtschaftlichen Risiken, die mit der Corona-Pandemie verbunden sind, flexibel reagiert und Investitionen zum Teil verschoben. Mehr als die Hälfte der Investitionen wurden in Deutschland getätigt. Währungsveränderungen haben den Bilanzwert des Sachanlagevermögens um rund 100 Mio. € reduziert. Grund ist der im Jahresverlauf stärkere Euro im Vergleich zum US-Dollar.

Auf der Aktivseite wurden Nutzungsrechte aus Leasingverträgen in Höhe von 110,8 Mio. € (31. Dezember 2019: 119,8 Mio. €) bilanziert. Gleichzeitig beliefen sich die Finanzierungsverbindlichkeiten aus Leasingverträgen auf 122,8 Mio. €. (31. Dezember 2019: 137,8 Mio. €). In den als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien werden Nutzungsrechte in Höhe von 1,2 Mio. € (31. Dezember 2019: 7,1 Mio. €) ausgewiesen, da WACKER langfristige Untermietverträge für Teile der Münchener Hauptverwaltung eingegangen ist.

Die Wacker Chemie AG hat mit GlobalWafers Co. Ltd., einem taiwanesischen Mitbewerber der Siltronic AG, am 09. Dezember 2020 eine Vereinbarung über den Verkauf ihrer Siltronic-Anteile von 30,83 Prozent im Rahmen eines Übernahmeangebots unterzeichnet. Der Andienungszeitraum endete am 10. Februar 2021 mit einer mehr als 50-prozentigen Annahme des Angebots von 145 € pro Anteil durch die Siltronic-Aktionäre. WACKER hat die Siltronic-Beteiligung in Höhe von 550,4 Mio. € zum Stichtag 31. Dezember 2020 in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte umgegliedert. Damit weist WACKER aktuell geringere at Equity bewertete Beteiligungen in Höhe von 49,1 Mio. € (31. Dezember 2019: 640,4 Mio. €) aus.

Langfristige Vermögenswerte

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte summierten sich zum 31. Dezember 2020 auf 794,6 Mio. € (31. Dezember 2019: 700,8 Mio. €). Sie erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresende um 13 Prozent. Deutlich gestiegen sind die aktiven latenten Steuern von 632,9 Mio. € auf 770,8 Mio. €. Hier wirkte sich der Anstieg der Pensionsrückstellungen aus. Eine Ausleihung an ein Joint-Venture-Unternehmen wurde in Höhe von 50,8 Mio. € getilgt.

Working Capital sinkt um 14 Prozent

Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Vorjahr um 52 Prozent gestiegen. Sie beliefen sich auf 3,58 Mrd. € (31. Dezember 2019: 2,35 Mrd. €). Zurückzuführen ist das im Wesentlichen auf den Aufbau von liquiden Mitteln. Die Vorräte gingen um zehn Prozent zurück von 979,8 Mio. € auf 879,5 Mio. €. Dafür verantwortlich ist vor allem die erhöhte Nachfrage nach unseren Produkten im 2. Halbjahr 2020, nachdem es im 2. Quartal 2020 durch die Corona-Pandemie einen deutlichen Umsatzrückgang gegeben hatte.

Das Working Capital war zum 31. Dezember 2020 um 14 Prozent geringer als zum Stichtag 2019. Es belief sich auf 1,08 Mrd. € (31. Dezember 2019: 1,26 Mrd. €). Hier haben sich die Rückgänge bei den Vorräten um zehn Prozent ausgewirkt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen blieben mit 627,0 Mio. € nahezu konstant. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 20 Prozent. Der Anstieg bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist auf das höhere Einkaufsvolumen im 2. Halbjahr 2020 und verlängerte Zahlungsziele zurückzuführen. WACKER hatte zuvor auf Grund geringerer Absatz- und Produktionsmengen sein Einkaufsvolumen im 2. Quartal reduziert.

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Working Capital

 

 

 

 

 

Mio. €

 

2020

 

2019

 

Veränderung
in %

 

 

 

 

 

 

 

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

 

627,0

 

631,5

 

-0,7

Vorräte

 

879,5

 

979,8

 

-10,2

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

 

-424,2

 

-355,0

 

19,5

Working Capital

 

1.082,3

 

1.256,3

 

-13,9

Liquidität steigt auf 1,34 Mrd. €

Ein wesentlicher Bestandteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind Wertpapiere und Festgelder sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die kurzfristigen Wertpapiere und Festgelder beliefen sich zum Ende des 4. Quartals 2020 auf 712,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 109,4 Mio. €). Hier hat WACKER liquide Mittel als Festgeld mit fixer Laufzeit und in Fonds angelegt. Es ergaben sich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 2020 von 626,0 Mio. € (31. Dezember 2019: 435,8 Mio. €). Insgesamt stiegen die liquiden Mittel (lang- und kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) im Vergleich zum Vorjahr damit auf 1,34 Mrd. € an (31. Dezember 2019: 545,2 Mio. €). Das sind 145 Prozent mehr als im Vorjahr. Die wesentlichen Gründe für den Anstieg sind Rückgänge im Working Capital und in der Investitionstätigkeit des Unternehmens. Im Juni hat WACKER neue Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Mio. € aufgenommen (2019: 200 Mio. €). Gegenläufig wirkte sich eine Sonderzahlung an die Pensionskasse in Höhe von 73,4 Mio. € (2019: 70,7 Mio. €) aus, die WACKER im 4. Quartal geleistet hat. Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG in Höhe von 24,8 Mio. € (2019: 124,2 Mio. €) hat im 3. Quartal 2020 ebenfalls zu einem Rückgang der liquiden Mittel geführt. Im Vorjahr wirkte sich der Zahlungseingang der Versicherungsleistung aus dem Schadensfall am US-Standort Charleston in Höhe von 112,5 Mio. € positiv aus.

Vorjahresvergleich